Donnerstag, 15. Februar 2018

lectura 55 - Wetter Klima Zeit

   
Gewitter n. ‘Unwetter mit luftelektrischer Entladung’, Die Kollektivbildung zu dem unter Wetter(s. d.) behandelten Substantiv bedeutet zunächst ‘Witterung’, also auch ‘Unwetter mit Regen, Hagel und Sturm’ - DWDS

Meteorologen definieren WETTER als die meteorologischen Bedingungen der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt, für einen bestimmten Ort: Temperatur, Feuchtigkeit, Wind, Bewölkung, meteorologische Phänomene, unter anderen.

 Wir finden die Begriffe Wetter, Klima und Zeit ausführlicher behandelt im DWDS.
Die Prognose zeigt Änderungen im Laufe des Wetters an, nicht Klimaänderungen. KLIMA ist der durchschnittliche Wetterzustand für einen bestimmten Ort. Es wird normalerweise für einen Monat oder eine Jahreszeit definiert und berücksichtigt den Durchschnitt der Daten für Zeiten von 30 Jahren (unter bestimmten Umständen kann die Laufzeit 10 Jahre betragen).
Wenn wir in den Schrank der Menschen sehen, die in Río Gallegos und Posadas leben, werden wir im ersteren viele warme Kleidung finden, im Gegensatz zu den Menschen in Posadas, die viel leichte Kleidung tragen. Weil das Klima von Posadas wärmer ist als das Klima von Río Gallegos. Ein Wetterwechsel würde von Sonne zu Regen gehen, von 15 bis 14ºC .

das Wetter :  (el tiempo meteorológico)
nur im Singular
1.Gesamtheit der meteorologischen Erscheinungen und Vorgänge für einen oder mehrere Tage in einem begrenzten Gebiet
2. (tormenta)
starke Bewegung der Atmosphäre, (von Blitz und Donner begleiteter) heftiger Sturm, Regen, Unwetter
Beispiel: ein Wetter zieht sich zusammen, ist im Anzug 

 umgangssprachlich alle Wetterbzw donnerwetter!  ,  drückt (bewundernde) Überraschung oder Zorn aus
Beispiel:
alle Wetter, das hast du gut gemacht !
Beispiel:
donnerwetter, der Krieg ist ausgebrochen !  
 Unwetter!

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das Klima:
1.  für ein bestimmtes geografisches Gebiet durchschnittlicher Zustand der Atmosphäre, typische Art und wiederkehrender Ablauf der Witterung
  (
auch von meteorologischen Bedingungen auf anderen Planeten)
Beispiel: Der Golfstrom sorgt für das meist milde Klima in West- und Mitteleuropa, da er Wärme von der Karibik transportiert. 

2.   Gesamtheit der meist künstlich erzeugten Umgebungsbedingungen von (Luft-)Temperatur, (Luft-Feuchtigkeit o. Ä. in einem begrenzten, luft- bzw. gasgefüllten Raum
Beispiel: Die vollklimatisierte Arena [Fußballstadion] soll auch bei heißen Sommertemperaturen ein angenehmes Klima im Inneren garantieren. 

3.  übertragen durch psychologische, soziale o. ä. Umstände bedingte Stimmung, Atmosphäre (Lesart I 2 a) unter Personen‍(gruppen), in Institutionen, zwischen Staaten
Beispiel: Wir haben [in Spanien] in einer einzigen Generation die Gleichberechtigung von Mann und Frau erreicht sowie ein Klima der Toleranz geschaffen, in dem heute die Homosexuellenehe mehrheitlich akzeptiert ist. 
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die Zeit :     (tiempo, “Sein und Zeit”)
Zeitabschnitt ... 128 weitere  ·  mit ›Zeit‹ als Letztglied: Abendbrotszeit ... 293 weitere  ·  mit ›Zeit‹ als Binnenglied: Allzeithoch ... 24 weitere  ·  formal verwandt mit: beizeiten ... 4 weitere
1.  nur im Singular
Gesamtheit der ablaufenden Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Jahre
Beispiele:
die Zeit vergeht schnell, rasch, wie im Fluge, allmählich, langsam, unmerklich
die Zeit verstreicht, verrinnt
gehoben die Zeit flieht
2.  nur im Singular
Teil von 1, über den jmd. verfügen kann
Beispiele:
ich habe heute keine, wenig, etwas, viel Zeit (für dich)
3.  nur im Singular bestimmte Stunde und Minute eines Tages, die von der Uhr angezeigt wird
a)
Uhrzeit
Beispiele:
hast du (die) genaue Zeit?
welche Zeit ist es? – wie spät ist es? - Adjektiv · Komparativ: später · Superlativ: am spätesten ›- spätestens - spät‹ als Erstglied: Spätaufsteher 


 zwanzig vor zwei

b)
Ortszeit
Beispiel:
es ist 19 Uhr Moskauer Zeit
Ortszeit eines festgelegten mittleren Meridians, Normalzeit
Beispiel:
die mitteleuropäische, osteuropäische Zeit
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4.
Zeitpunkt
Beispiele: Zeit und Ort der Zusammenkunft werden noch bekanntgegeben
die Zeit der Versammlung festsetzen, bestimmen
mit Präposition
in Verbindung mit an umgangssprachlich es ist an der Zeit, dass ... (=, der Zeitpunkt ist gekommen, dass ...)
in Verbindung mit auf etw. auf unbestimmte Zeit vertagen, verschieben (postergar)
in Verbindung mit zu
Beispiele:
du bist mir zu jeder Zeit willkommen, kannst zu jeder Zeit zu mir kommen (= du bist mir immer willkommen, kannst immer zu mir kommen)
ich werde zu passender, gelegener, günstigerer Zeit wiederkommen

5.
Zeitraum
a)    es war eine schöne Zeit, die wir miteinander verbracht haben
b)    du musst dich erst eine Zeit erholen
c)    in Verbindung mit in
d)    Beispiele:
e)    das Unglück ist in der Zeit deiner Abwesenheit geschehen
f)     in all der Zeit, die ich hier warte, ist noch keine Straßenbahn gekommen
g)    in (ganz) kurzer Zeit hatte er die Arbeit fertig
h)   ... 5 weitere Beispiele
i)     in Verbindung mit nach
j)      Beispiel:
k)    er ist nach kurzer Zeit zurückgekommen
l)     in Verbindung mit seit
m)  Beispiele:
n)   seit einiger Zeit ist er wieder hier
o)    seit langer Zeit habe ich sie wieder einmal getroffen
p)    seit geraumer Zeit
q)    übertrieben wir haben uns seit ewigen Zeiten (= schon lange) nicht mehr gesehen
r)     in Verbindung mit vor
s)    Beispiele:
t)     vor einiger, langer Zeit war er einmal bei mir zu Besuch
u)   Er blieb vor dem Häuschen stehen, in dem vor Zeiten sein Vater gewohnt hatte [Hesse3,85]
v)    in Verbindung mit während
w)   Beispiel:
x)    während dieser Zeit war ich verreist
y)    in Verbindung mit zu
z)    Beispiele:
aa) wir haben sie zu nachtschlafender Zeit auf dem Bahnhof getroffen
bb) zur Zeit der Ernte werden viele Helfer gebraucht

6.
größerer Zeitraum innerhalb der geschichtlichen Entwicklung
Beispiele:
zur Zeit (= in der Epoche) des Sturm und Drang, des Absolutismus
die Zeit Goethes
die Zeit vor, nach dem zweiten Weltkrieg
Das ist eine ganze Zeit, die mit ihm hinsinkt, eine Zeit, die wir schon gar nicht mehr recht kennen [G. HermannJacoby235]

7. Sprachwissenschaft Tempus, Zeitform
Beispiel:
in welcher Zeit steht dieser Satz?

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Montag, 8. Januar 2018

Lectura 54 - Helenens Auftritt

Helenens  Auftritt - Auftritt m. ‘das Auftreten des Schauspielers auf der Bühne, Szene eines Schauspiels, heftige Auseinandersetzung’- treten Vb. ‘seinen Fuß worauf oder wohin setzen, mit dem Fuß stoßen’,-
 



Desde el s. XV se fue extendiendo en Alemania, Inglaterra y Francia sustancia narrativa oral o impresa acerca de un supuesto alquimista, astrólogo y embaucador  a quien llamaban “Doktor Faustus”. Oriundo de Mainz, le sobraba talento para vender biblias falsas y granjearse enemigos entre el clero, así como ganar admiradores en diversos sectores de la población donde cundió su fama y la noticia de que el docto personaje había concertado un pacto con algún demonio. Un siglo después, el joven poeta inglés Christopher Marlowe (1564-1593) compuso a partir de fuentes alemanas el drama The Tragical History of the Life and Death of Doctor Faustus, en verso blanco y prosa,  escrito alrededor de 1590 y publicado en 1604. Allí se incluye un parlamento dirigido por Faust a la reaparecida sombra de Helena (Scene XIII):

  Faust. - Was this the face that launched a thousand ships

And burnt the topless  towers of Ilium?

Sweet Helen, make me immortal with a kiss.  [Kisses her.]

Her lips suck forth my soul; see where it flies!—

Come, Helen, come, give me my soul again.

Here will I dwell, for Heaven is in these lips,

And all is dross that is not Helena.  

I will be Paris, and for love of thee,

Instead of Troy, shall Wittenberg be sack’d;

And I will combat with weak Menelaus,

And wear thy colours on my plumed crest;

Yea, I will wound Achilles in the heel,

And then return to Helen for a kiss.

Oh, thou art fairer than the evening air

Clad in the beauty of a thousand stars;

Brighter art thou than flaming Jupiter

When he appear’d to hapless Semele:

More lovely than the monarch of the sky

In wanton Arethusa’s azured arms:

And none but thou shalt be my paramour !



Los habitantes de la actual Grecia se denominan a sí mismos helenos (λληνες – con sonido inicial aspirado y acentuado, seguido de doble λ), aunque han sido conocidos por diferentes nombres a lo largo de la historia. Cada nueva etapa histórica vino acompañada de un nuevo término, tradicional o aportado por un pueblo extranjero. Los soldados que cayeron en las Termópilas lo hicieron bajo el nombre de helenos. Quizás un héroe mítico, Héleno, haya suministrado el patronímico, no procedente de la famosa consorte de Menelao. Posteriormente, la palabra “heleno” modificó su significado para denotar a alguien que había abrazado el modo de vida griego. Luego los griegos se denominaban a sí mismos romeos o romios, es decir, «romanos».  Por lo que respecta al nombre de «griegos», este término fue empleado por los europeos occidentales, a partir del contacto con las colonias de la “magna grecia” que se fundaron desde el s. VIII a.C. Los pueblos asiáticos, los persas y los turcos emplearon la palabra jonios, que se refiere a la región de la Grecia antigua situada en la costa del Asia Menor. En lengua georgiana se utiliza un gentilicio único para los griegos: berdzeni -  derivado de la voz georgiana para “sabio”, una alusión al hecho de que la filosofía y la sofística nacieron en Grecia.

Helena (en griego antiguo λένη, ‘antorcha’), a veces conocida como Helena de Troya o Helena de Esparta, es un personaje de la mitología cuyo nombre alude a la «luz que brilla en la oscuridad». El dios Zeus,  en figura de un cisne, yació con Leda la misma noche que lo hiciera Tindáreo, esposo de aquélla y rey de Esparta. Leda puso dos huevos; de uno nacieron Helena y  Pólux (considerados hijos de Zeus), y del otro Clitemnestra y Cástor (considerados hijos de Tindáreo). Raptada siendo aún niña por Teseo, cuando Helena llegó a la edad de casarse tuvo muchos pretendientes atraídos por la fama de su gran belleza y porque ella y su futuro esposo reinarían en Esparta. Tindáreo arrancó a los pretendientes el juramento de acatar la decisión que se adoptase sobre quién sería el esposo de Helena y de acudir en auxilio del elegido si en algún momento la esposa le fuese seducida o raptada. Una vez realizado el juramento, Tindáreo eligió como marido de Helena a Menelao, hermano de Agamemnón, rey de Micenas, que estaba casado con su otra hija, Clitemnestra. Según otras versiones, fue la propia Helene la que eligió a Menelao, demostrando así su autónomo carácter.

 Símbolo de la máxima belleza humana, fue trofeo y dádiva prometida a un mortal, Paris, designado para discernir la más hermosa entre tres divas. Versiones mitológicas en torno de Helene son asaz divergentes y no exigen una pormenorizada exposición en este artículo. Menos fundada aún, como  hipótesis histórica, parece la explicación del origen y alcance de la coalición de reinos griegos contra la frigia ciudad de Troya, pertrechada y asistida de auxilios suficientes como para resistir muchos años de asedio en ese antiguo conflicto de civilizaciones. Como otros vástagos nacidos de un dios y un mortal, Helena estaba destinada a morir. No gozaba de opinión favorable entre las deidades olímpicas. Les hacía sombra con su belleza y era testimonio viviente de rencillas y corruptelas que involucraban a aquéllas. Tal vez a causa de la cuantiosa poesía que su figura inspiró, Apolo haya intentado inmortalizarla, pero esta versión no es la prevaleciente en el mito. Tampoco la convalida Goethe. Faust, al regreso de su viaje al reino de las “Madres”, trae consigo las sombras o “fantasmas” de Paris y Helena para presentarlas en la corte imperial. Sucumbe de emoción ante la hermosura de la semidiosa y se desmaya.

En el 3er. Acto del Faust II de J.W. Goethe encontramos a Helena de regreso ante la puerta de los lares espartanos, enviada ex profeso por su esposo Menelao para preparar la llegada de éste después de la victoria sobre Ilión. Quizás diez o veinte años no habían mellado el esplendor cutáneo de la semidiosa, pero se siente culpable y apesadumbrada al arribar al hogar lúgubre y semivacío.

Dritter Akt – Szene 1.1 - Vor dem Palaste des Menelas zu Sparta

Menelas ist mit Helena aus dem Krieg zurückgekehrt und hat Helena vorausgeschickt, um eine Opferzeremonie vorzubereiten. Er hat jedoch nicht gesagt, was geopfert werden soll. Helena ahnt, dass sie das Opfer sein wird, und beklagt ihr Schicksal, doch ein Chor von gefangenen Trojanerinnen muntert sie wieder auf. Helena will nach der Rückkehr die Diener und den Palast inspizieren, trifft jedoch auf leere Gänge und auf Mephisto in Gestalt einer der Phorkyaden, die Palast und Hof während Helenas Abwesenheit verwaltet hat. Sie sagt zu Helena, dass sie das Opfer sein werde, da Menelas fürchte, sie noch einmal zu verlieren oder nicht ganz besitzen zu können, und bietet ihr an, sie mit auf eine mittelalterliche und angeblich uneinnehmbare Burg zu nehmen, die nicht weit von Sparta errichtet wurde. Sie stimmen zu und flüchten, umhüllt von Nebel, vor dem anrückenden König.
(Forquiadas  son ancianas o Graias – « las grises » - descendientes de Phorkyas; personificaciones femeninas de la vejez).

Nota: Los fragmentos que se transcriben a continuación se corresponden con los actuados y hablados por Sonia Sutter (Helena) en el video que encabeza esta nota. Razones didácticas aconsejan copiar solo los parlamentos de Helena y omitir los que en el original pronuncian los demás personajes, aunque  de ningún modo éstos sean prescindibles para una comprensión integral del texto.

Helena tritt auf - Chor gefangener Trojanerinnen.- Panthalis, Chorführerin 

Helena.
Bewundert viel und viel gescholten, Helena,
Vom Strande komm’ ich, wo wir erst gelandet sind,
Noch immer trunken von des Gewoges regsamem
Geschaukel, das vom phrygischen Flachgefild uns her
Auf sträubig-hohem Rücken, durch Poseidons Gunst
Und Euros’ Kraft, in vaterländische Buchten trug.
Dort unten freuet nun der König Menelas
Der Rückkehr samt den tapfersten seiner Krieger sich.
Du aber heiße mich willkommen, hohes Haus,
Das Tyndareos, mein Vater, nah dem Hange sich
Von Pallas’ Hügel wiederkehrend aufgebaut
Und, als ich hier mit Klytämnestre schwesterlich,
Mit Kastor auch und Pollux fröhlich spielend wuchs,
Vor allen Häusern Spartas herrlich ausgeschmückt.
Gegrüßet seid mir, der ehrnen Pforte Flügel ihr!
Durch euer gastlich ladendes Weit-eröffnen einst
Geschah’s, dass mir, erwählt aus vielen, Menelas
In Bräutigamsgestalt entgegenleuchtete.
Eröffnet mir sie wieder, dass ich ein Eilgebot
Des Königs treu erfülle, wie der Gattin ziemt.
Lasst mich hinein! Und alles bleibe hinter mir,
Was mich umstrürmte bis hieher verhängnisvoll.
Denn seit ich diese Schwelle sorgenlos verließ,
Cytherens Tempel besuchend, heiliger Pflicht gemäß,
Mich aber dort ein Räuber griff, der phrygische,
Ist viel geschehen, was die Menschen weit und breit
So gern erzählen, aber der nicht gerne hört,
Von dem die Sage wachsend sich zum Märchen spann.




. . . Helena.
Genug! Mit meinem Gatten bin ich hergeschifft
Und nun von ihm zu seiner Stadt vorausgesandt;
Doch welchen Sinn er hegen mag, errat’ ich nicht.
Komm’ ich als Gattin? Komm’ ich eine Königin?
Komm’ ich ein Opfer für des Fürsten bittern Schmerz
Und für der Griechen lang erduldetes Missgeschick?
Erobert bin ich; ob gefangen, weiß ich nicht!
Denn Ruf und Schicksal bestimmten fürwahr die Unsterblichen
Zweideutig mir, der Schöngestalt bedenkliche
Begleiter, die an dieser Schwelle mir sogar
Mit düster drohender Gegenwart zur Seite stehn.
Denn schon im hohlen Schiffe blickte mich der Gemahl
Nur selten an, auch sprach er kein erquicklich Wort.
Als wenn er Unheil sänne, saß er gegen mir.
Nun aber, als des Eurotas tiefem Buchtgestad
Hinangefahren der vordern Schiffe Schnäbel kaum
Das Land begrüßten, sprach er, wie vom Gott bewegt:
Hier steigen meine Krieger nach der Ordnung aus,
Ich mustere sie, am Strand des Meeres hingereiht;
Du aber ziehe weiter, ziehe des heiligen
Eurotas fruchtbegabtem Ufer immer auf,
Die Rosse lenkend auf der feuchten Wiese Schmuck,
Bis dass zur schönen Ebene du gelangen magst,
Wo Lakedämon, einst ein fruchtbar weites Feld,
Von ernsten Bergen nah umgeben, angebaut.
Betrete dann das hoch getürmte Fürstenhaus
Und mustere mir die Mägde, die ich dort zurück
Gelassen, samt der klugen, alten Schaffnerin.
Die zeige dir der Schätze reiche Sammlung vor,
Wie sie dein Vater hinterließ und die ich selbst
In Krieg und Frieden, stets vermehrend, aufgehäuft.
Du findest alles nach der Ordnung stehen; denn
Das ist des Fürsten Vorrecht, dass er alles treu
In seinem Hause, wiederkehrend, finde, noch
An seinem Platze jedes, wie er’s dort verließ.
Denn nichts zu ändern hat für sich der Knecht Gewalt.


. . . Helena.
Sodann erfolgte des Herren ferneres Herrscherwort.
Wenn du nun alles nach der Ordnung durchgesehn,
Dann nimm so manchen Dreifuß, als du nötig glaubst,
Und mancherlei Gefäße, die der Opfer sich
Zur Hand verlangt, vollziehend heiligen Festgebrauch:
Die Kessel, auch die Schalen, wie das flache Rund;
Das reinste Wasser aus der heiligen Quelle sei
In hohen Krügen; ferner auch das trockne Holz,
Der Flammen schnell empfänglich, halte da bereit;
Ein wohl geschliffnes Messer fehle nicht zuletzt;
Doch alles andre geb’ ich deiner Sorge heim.
So sprach er, mich zum Scheiden drängend; aber nichts
Lebendigen Atems zeichnet mir der Ordnende,
Das er, die Olympier zu verehren, schlachten will.
Bedenklich ist es; doch ich sorge weiter nicht,
Und alles bleibe hohen Göttern heimgestellt,
Die das vollenden, was in ihrem Sinn sie deucht,
Es möge gut von Menschen oder möge bös
Geachtet sein; die Sterblichen, wir ertragen das.
Schon manchmal hob das schwere Beil der Opfernde
Zu des erdgebeugten Tieres Nacken weihend auf
Und konnt’ es nicht vollbringen, denn ihn hinderte
Des nahen Feindes oder Gottes Zwischenkunft.


. . . Helena.
Was ich gesehen, sollt ihr selbst mit Augen sehn,
Wenn ihr Gebilde nicht die alte Nacht sogleich
Zurückgeschlungen in ihrer Tiefe Wunderschoß.
Doch dass ihr’s wisset, sag’ ich’s euch mit Worten an:
Als ich des Königshauses ernsten Binnenraum,
Der nächsten Pflicht gedenkend, feierlich betrat,
Erstaunt’ ich ob der öden Gänge Schweigsamkeit.
Nicht Schall der emsig Wandelnden begegnete
Dem Ohr, nicht rasch geschäftiges Eiligtun dem Blick,
Und keine Magd erschien mir, keine Schaffnerin,
Die jeden Fremden freundlich sonst begrüßenden.
Als aber ich dem Schoße des Herdes mich genaht,
Da sah ich bei verglommner Asche lauem Rest,
Am Boden sitzen welch verhülltes großes Weib,
Der Schlafenden nicht vergleichbar, wohl der Sinnenden.
Mit Herrscherworten ruf’ ich sie zur Arbeit auf,
Die Schaffnerin mir vermutend, die indes vielleicht
Des Gatten Vorsicht hinterlassend angestellt;
Doch eingefaltet sitzt die Unbewegliche;
Nur endlich rührt sie auf mein Dräun den rechten Arm,
Als wiese sie von Herd und Halle mich hinweg.
Ich wende zürnend mich ab von ihr und eile gleich
Den Stufen zu, worauf empor der Thalamos
Geschmückt sich hebt und nah daran das Schatzgemach;
Allein das Wunder reißt sich schnell vom Boden auf,
Gebietrisch mir den Weg vertretend, zeigt es sich
In hagrer Größe, hohlen, blutig-trüben Blicks,
Seltsamer Bildung, wie sie Aug’ und Geist verwirrt.
Doch red’ ich in die Lüfte; denn das Wort bemüht
Sich nur umsonst, Gestalten schöpferisch aufzubaun.
Da seht sie selbst! Sie wagt sogar sich ans Licht hervor!
Hier sind wir Meister, bis der Herr und König kommt.
Die grausen Nachtgeburten drängt der Schönheitsfreund,
Phöbus, hinweg in Höhlen, oder bändigt sie. 
(Phorkyas auf der Schwelle zwischen den Türpfosten auftretend). . .


                                                                                   -o-o-


Observación adicional : el sentido de los versos aquí traídos a debate puede recibir cierta aclaración con el material añadido en  

La bella Helena, mortal y rescatada on January 8, 2018 (clic)  https://analfa.wordpress.com/2018/01/08/la-bella-helena-mortal-y-rescatada 

A tal efecto no ha de perderse de vista el carácter segmental o de eximio “montaje” practicado por J.W. Goethe con las escenas y personajes del Faust II.-

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Freitag, 29. Dezember 2017

Lectura 53 - Blatt im Wind




Mascha Keléko
Blatt im Wind

Lass mich das Pochen deines Herzens spüren,
Dass ich nicht höre, wie das meine schlägt.
Tu vor mir auf all die geheimen Türen,
Da sich ein Riegel vor die meinen legt.

Ich kann es, Liebster, nicht im Wort bekennen,
Und meine Tränen bleiben ungeweint,
Die Macht, die uns von Anbeginn vereint,
Wird uns am letzten aller Tage trennen.

All meinen Schmerz ertränke ich in Küssen.
All mein Geheimnis trag ich wie ein Kind.
Ich bin ein Blatt, zu früh vom Baum gerissen.

Ob alle Liebenden so einsam sind?
Mascha Keléko
Leaf in the wind

Let me feel your heartbeat,
So that I can’t hear how mine is beating.
Open before me all the secret doors,
Because a bolt is closing mine.

I cannot, my beloved, confess it with words,
And my tears remain uncried,
The power, that unites us from the beginning,
Will separate us on the last day of all.

All my pain I drown in kisses.
All my secret I carry like a child.
I am a leaf, torn off the tree too early.

Are all lovers this lonely?

Hör auch das Gedicht BLATT IM WIND in https://learngermanwithg.wordpress.com/2017/03/22/poem-blatt-im-wind-mascha-kaleko 

* 07.06.1907, Chrzanów, Polen
† 21.01.1975, Zürich, Schweiz


Die aus einer russisch-jüdischen Familie stammende Mascha Kaléko (geborene Golda Malka Aufen) verlebt ihre Kindheit in Marburg/Lahn und Berlin. Neben einer Sekretärinnenausbildung und Büroarbeit für die Jüdische Gemeinde besucht sie Abendkurse in Philosophie und Psychologie u.a. an der Humboldt-Universität.

Ab 1930 veröffentlicht sie, gefördert von dem Kritiker Monty Jacobs, nach ersten Publikationen in der "Vossischen Zeitung" regelmäßig Gedichte im "Berliner Tagblatt", der "Welt am Montag" und anderen Berliner Tageszeitungen.
Kaléko schreibt neben Gedichten Lieder und Chansons, die von ihr selbst, von Claire Waldoff, Rosa Valetti, Annemarie Hase und Tatjana Sais im Radio und in Kabaretts vorgetragen werden. Ende der zwanziger Jahre steht sie in Kontakt mit der künstlerischen Avangarde Berlins, die sich im "Romanischen Café" trifft. Hier verkehrt sie mit Malern, Schauspielern und Literaten wie Else Lasker-Schüler, Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz.

Nach Angriffen durch die Nazi-Presse und ihrem Ausschluß aus der Reichsschrifttumskammer (August 1935) emigriert Kaléko schließlich 1938 mit ihrem zweiten Mann, dem Musikwissenschaftler Chemjo Vinaver, nach New York. Dort verfasst sie, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, u.a. Werbetexte für Toilettenartikel und Unterwäsche. Neben Dolmetschertätigkeiten für Vinaver, der weiter dirigiert und komponiert, bleibt ihr wenig Zeit für eigene Produktionen.

Erst 1945 erscheinen im Schoenhof-Verlag, Cambridge, Massachusetts, ihre "Verse für die Zeitgenossen". Eine Lizenzausgabe kommt in Deutschland als erste Veröffentlichung nach dem Krieg erst 1958 bei Rowohlt heraus. Sie beschert ihr das lang ersehnte Comeback. Ihre Bücher werden wieder aufgelegt, sie wird zu Lesereisen und Rundfunkinterviews eingeladen.


Nach zwei Europareisen in der zweiten Hälfte der 50er Jahre übersiedeln Vinaver und Kaléko 1960 nach Israel. Während dies für die Arbeit ihres Mannes eine bedeutende Rolle spielt, lebt Kaléko wie eine Touristin in Jerusalem. Krank und kraftlos, lernt sie nur wenig Hebräisch und bleibt weitgehend isoliert.

1968 stirbt überraschend Kalékos Sohn Evjatar, 1973 ihr Mann. Sie schreibt in der Folge eine große Zahl von Gedichten, die erst posthum veröffentlicht werden. 1975 stirbt Mascha Kaléko auf ihrer letzten Europareise in Zürich an Magenkrebs.

Heimweh, wonach ?

Wenn ich « Heimweh » sage,
sag ich « Traum ».
Denn die alte Heimat gibt es kaum.
Wenn ich Heimweh sage,
mein ich viel :
Was uns lange drückte im Exil.
Fremde sind wir nun im Heimatort.
Nur das “Weh”, es blieb.
Das “Heim” ist fort.


Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang.

Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.

Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind ?

Allein im Nebel tast ich todenlang

Und lass mich willig in das Dunkel treiben.

Das gehen schmerzt nicht  halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr,_

 Und die es trugen, mögen mir vergeben.

Bedenkt : den eignen Tod, den stirbt man nur,

Doch mit dem Tod der andern muss man leben.

                                                                                    Mascha Kaléko