Samstag, 10. März 2018

lectura 59 - legen liegen transitiv intransitiv



Huhn legt ein Ei https://www.youtube.com/watch?v=D-xGV43vXSk 

Wörter erkennen. Unterschiede feststellen. Im DWDS nachschlagen!

 1) legen : transitives Verb; Verb mit Akkusativobjekt [OD] / legte, gelegt

etw., jmdn. irgendwohin legenetw., jmdn. (mit der Hand) in eine bestimmte Lage, an eine bestimmte Stelle bringen
Beispiele:
eine Decke auf den Tisch legen – Sie legt ihm die Arme um den Hals
ein Pflaster auf die Wunde legen – Er legt ihr den Mantel über die Schultern
jmdm. die Hand auf den Arm legen – Unser Huhn hat heute ein Ei gelegt.

sich legensich in die waagerechte Lage bringen
Beispiele:
sich schlafen legen - Antonym : (entgegengesetzte Bedeutung) aufstehen 
     sich schief legen                                                                                                                                                          sich krumm legen,                                                                                     
leg dich! (= Befehl an den Hund)
-o-o-

Die Kranke liegt zu Bett

2)  liegen : intransitives Verb, ohne Akkusativobjekt / lag, hat gelegen
sich auf einer Unterlage in waagerechter Lage befinden; auf etw. der Länge nach ausgestreckt sein
Gegenwort zu stehensitzen
Beispiele:
auf dem Sofa, der Couch liegen – Wir haben bis fünf Uhr auf dem Rasen gelegen
er  lag besinnungslos auf dem Boden – Sie liegen in Kummer und Sorgen
(krank) zu Bett liegen – Jede Nacht liegen Obdachlose auf den Straßen
Rasen: kurzgeschnittene Grasfläche

eine geographische Lage haben
Beispiele:
Köln liegt am Rhein
die Schweiz liegt in Europa
das frühere Schloss hatte am Wald gelegen

-o-o-
Ableitungen von ›legen‹: belegen · erlegen · zerlegen ... (aus DWDS)

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Samstag, 3. März 2018

lectura 58 - phonetischer Unterschied volle / Wolle

diferenciar en lo fonético y semántico: volle / Wolle / wollen
                                         
Eisenwolle brennt: https://www.youtube.com/watch?v=1Zi63-APhAQ 


                                                                                      Eisenwolle
   
die Baumwolle 


 


           






   die Schafwolle     

Ein krankes Schaf verliert seine Wolle.   Leute wollen wählen!



Sie trinkt eine volle Flasche Champagner   (Champagner: in Frankreich hergestellter Schaumwein, Sekt )

Er trägt ein Hemd aus Baumwolle. 

Im vollen Wartezimmer wurden die Patienten ungeduldig. (Patient: Kranker, der sich in ärztlicher Behandlung befindet )

Wir waren voll besoffen. Manche weinten in voller Reue.

Bedeutungen:
voll = ganz gefüllt
Gegenwort zu leer    (antónimo de vacío)
a)
ein volles Glas, Becken, Schrankfach, Bücherregal
ein voller Teller, Topf
eine volle Tüte, Flasche

(wird bei Maßangaben unflektiert dem zugehörigen Subst. nachgestellt, wenn das, womit etw. gefüllt ist, vorher bereits erwähnt wurde)
die Suppe schmeckte ihm, und er aß zwei Teller voll
sie sammelten Pilze und brachten einen Korb voll nach hause
Kohlen wurden angefahren, es waren drei Wagenladungen voll
bildlich
Beispiele:
gehoben ein volles (= reiches) Leben führen
umgangssprachlich er hat volle Taschen, einen vollen Geldbeutel (= viel Geld)
gehoben Ich hoffe, dass meine sechsundfünfzig Jahre gute, volle, reiche Jahre gewesen seien.

 das Maß ist volles ist genug, zuviel
sein Maß, das Maß seiner Unverschämtheiten ist jetzt voll
diese Tat hat das Maß voll gemacht
übertragen [con sentido traslaticio o metafórico]
ein volles Herz haben
mit vollen Händen (= großzügig, reichlich) geben, schenken
umgangssprachlich sein Geld mit vollen Händen zum Fenster hinauswerfen

b)
in Verbindung mit einer Ergänzung, die angibt, womit etw. gefüllt ist; wird bei attributiver Verwendung unflektiert dem zugehörigen Substantiv nachgestellt
α)
die Ergänzung ist ein artikelloses unflektiertes Subst.; in diesem Falle wird neben voll auch voller gebraucht
Beispiele:
ein Glas voll Wein
ein Teller voll Suppe
ein Korb vollvoller Eier
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich er hat einen Sack, Kasten, eine Kiste voll Geld (= sehr viel Geld)
übertragen
Beispiele:
ein Herz vollvoller Liebe
ein Leben voller Arbeit, Erfolge, Kummer
umgangssprachlich er hat den Kopf vollvoller Sorgen, Flausen, Probleme

β)
die Ergänzung steht im Gen., selten im Dat. oder wird durch vonmit angeschlossen; bei einer Ergänzung im Gen. wird neben v.gelegentlich voller gebraucht
Beispiele:
eine Schale voll reifer Äpfel
ein Korb voll frischer Eier, voll von, mit (frischen) Eiern
gehoben ein Glas voll des besten Weines

Frau Schurek setzte ihm ... einen Teller voll Leberwurstbroten vor [SchnurreRechnung15]
Die Straße war voller halbversteckter heimlichtuender Kellerkneipen 
[der Leiterwagen] ist voller Verwundeter [RemarqueIm Westen239]
übertragen
Beispiele:
sein Herz ist voll aufrichtiger Liebe, tiefsten Hasses, tiefstem Hass
er ist voll von Liebe, Dankbarkeit
sie war des Lobes vollvoll des Lobes über deine Leistungen
umgangssprachlich die ganze Stadt ist voll von dieser Neuigkeit
umgangssprachlich sie hat den Kopf mit ihren eigenen Sorgen, Angelegenheiten voll

2.
füllig, rundlich
ein volles Gesicht
volle Lippen, Arme, Schultern, Formen
sie hat einen vollen Mund, Busen
... 4 weitere Beispiele
Am meisten lieb ich mir die vollen, frischen Wangen [GoetheFaustProlog 320]
das alte dunkelblaue Strickkleid ... das sie voller machte [A. NeumannEs waren ihrer sechs18]
der volle (= abgerundete) Geschmack des Kaffees, Tabaks
volle (= kräftige, schwellende) Töne, Akkorde
mit voller (= kräftiger, sonorer) Stimme singen, sprechen
Sein [des Wasserfalls] Brausen klang voll und schwelgerisch [G. Hauptm.Ketzer4,124]
3.
vollständig, ganz, unvermindert
Beispiele:
die volle Menge, Zahl, Summe
ein volles Dutzend, Tausend
ein voller Tag, Monat
umgangssprachlich  diesen Abend in vollen Zügen (= ganz) genießen, auskosten
umgangssprachlich mit vollen Segeln (= mit aller Kraft) auf ein Ziel zusteuern
salopp aus vollem Hals, aus voller Kehle, Lunge (= ganz laut) lachen, singen, schreien

adverbiell
ganz, völlig, vollkommen
er bekam das Geld voll ausgezahlt
das Kind muss jetzt in der Eisenbahn voll bezahlen
sie arbeitet nicht mehr voll (= arbeitet nur noch verkürzt)
Voll drang die milde ... Abendluft in seine Lungen [FalladaWolf2,67]

armvoll (Adjektiv) = exiguo, escaso (vocablo de poco uso)
vollarm (Adjektiv) = indigente, totalmente pobre
Armvoll, s.  Substantiv  - WortzerlegungArm voll

Menge, die man gerade noch im Arm tragen kann 
Beispiel:
zwei, ein paar Arm vollArm voll Reisig, Stroh
Ganze Armvoll davon werden geschnitten, um vor den ruhig und gleichmäßig lächelnden Buddha-Statuen dargebracht zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 17.06.1995
Die Frau in der schwarzweiß gestreiften Bluse kam den Gang mit einem Armvoll Akten zurück, wie im Schlepptau trottete der junge Mann hinter ihr her.

Paula zeigte am Schalter ihren Ausweis vor, und nachdem der Beamte sich überzeugt hatte, daß ihr Mann festangestellt war, empfing sie einen Armvoll Formulare.

   
                                                        Si Rosalía permite, un Armvoll de Gracias!










Donnerstag, 22. Februar 2018

lectura 57 - Socios de Europa impacientes

https://www.youtube.com/watch?v=ofs0sczdDhw

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ - 22. Februar 2018

Los gabinetes de países integrantes de la Unión Europea aguardan con impaciencia que Alemania culmine de una buena vez las laboriosas tratativas de su "interna" política para lograr el acuerdo (Gran Coalición - GroKo) que permita fijar metas y formar gobierno. Algunos señalan que esa situación es frecuente en otros estados con sistema parlamentario (por caso, Bélgica). Pero de los alemanes se espera más celeridad.-
Tal vez la tensión internacional justifique exigir esa premura, aunque en el ámbito interior de cada país miembro - incluída la Bundesrepublik - el funcionamiento administrativo estatal siga sus cauces normales.-


DW 22.2.2o18 - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer ersten Regierungserklärung in diesem Jahr ein Ende des "Massakers" in Syrien gefordert. Die Kanzlerin warf der Regierung von Präsident Assad vor, Krieg gegen das eigene Volk zu führen. Zugleich forderte Merkel ein Ende der Debatte um die in der NATO vereinbarten Ausgaben für Verteidigung. Zwischen Union und SPD gibt es Uneinigkeit über das von den NATO-Staaten vereinbarte Ziel, zwei Prozent der jeweiligen Wirtschaftskraft für Verteidigung auszugeben. In ihrer Rede sprach Merkel auch die Bedeutung der europäischen Wirtschaftsentwicklung an. Europa stehe politisch und wirtschaftlich weltweit unter Druck. Europäische Unternehmen seien nicht mehr in allen Bereichen an der Weltspitze, so die Kanzlerin. Auch die Rolle der EU-Grenzschutzagentur Frontex soll nach Ansicht Merkels gestärkt werden. Die EU habe 14.000 Kilometer Außengrenzen. Daher müsse sich die Personalausstattung von Frontex massiv verbessern, sagte Merkel. Am Freitag treffen sich in Brüssel die 27 EU-Staats- und Regierungschefs.


Ungeduld

Die EU wartet auf Deutschland      (FAZ)

In der Europäischen Union beobachtet man ungeduldig und verwundert die komplizierte Regierungsbildung in Berlin. Denn ohne die starke Stimme 
Deutschlands ist die EU nicht handlungsfähig. 


Sonntag, 18. Februar 2018

lectura 56 - Briefe eines deutschen Soldaten an seine Frau



Este sitio alberga textos de interés no sólo lingüístico para un grupo de aprendices voluntarios del idioma alemán. La diversidad temática e ideológica de la página no impide las controversias que se suscitan durante las reuniones de trabajo en libre discusión. Se advierte que hoy vienen a posteo pasajes de misivas que un soldado alemán escribió a su esposa desde el frente oriental en 1941. Millones de vidas humanas sufrieron y  perecieron en ambos bandos de esa malhadada guerra. No todos sus protagonistas tenían a quién escribir ni tal vez la concreta posibilidad de hacerlo antes de perecer devorados por la metralla, la enfermedad o los rigores naturales. Jamás se encontró el cuerpo del autor de estas cartas. Su mente, a la luz de esas líneas, nunca glorificó la guerra.


24.11.1941, Russland
Voraussichtlich werden wir unsere Wohnstätte unter die Erde verlegen, denn dann ist eine gute Durchwärmung des Raumes sicher gewährleistet. Tagsüber arbeiten wir auch schon fleißig an der Ausschachtung. Unser unterirdischer Aufenthaltsraum wird zwar sehr klein sein, aber was tut das schon. Es genügt, wenn wir des Nachts wenigstens ausgestreckt liegen können. Und die Nächte werden immer länger. Um ½ 5 Uhr wird es schon recht finster. Ich weiß nicht, ob Du Dir mein jetziges Leben vorstellen kannst, jedenfalls musst Du es Dir ganz, ganz primitiv vorstellen. Man ist eben Frontsoldat geworden. Das ist für alle diejenigen, die es selbst nicht waren, ein Begriff, in Wirklichkeit steckt dahinter aber allerhand, das kann jedermann glauben.
Heute fand ich in einem verlassenen Haus einen Wandspiegel - eine Kostbarkeit, denn wir haben nichts anderes als das was wir am Leibe haben, nicht einmal ein Handtuch - und da besah ich einmal mein Spiegelbild. Ich wusste nicht, soll ich lachen oder weinen. (...)
Seltsam ist, wie verhältnismäßig schwierig es mir fällt, einen Brief zu schreiben. Man ist so abgestumpft, so lebensprimitiv geworden und vor allem, ich scheue mich an die Vergangenheit zu denken. Würde ich daran denken, wie es doch ganz anders sein könnte, ich wüsste nicht, was ich tun müsste.
Auf unserem Rückmarsch - und das war gestern Nacht, marschierten wir durch endlose Wälder bei niedriger Temperatur. Finster und feindlich war der russische Wald. Und warum auch nicht? Was haben wir hier zu suchen?

tarnen Vb. ‘durch Anpassung an die Umgebung schwer erkennbar machen, gegen Sicht und vor Entdeckung schützen’, übertragen ‘verbergen, verschleiern’. Das im Dt. im 20. Jh. wiederbelebte, nur westgerm. bezeugte Verb tarnen=‘zudecken, verhüllen, verbergen, unsichtbar machen’, ist gebildet zum westgerm. Adjektiv "getarnt" ,  ‘unsichtbar, verborgen, verhüllt’ (8. Jh.),-- aus dem Kompositum Tarnkappe f. ‘(in Sage und Märchen) unsichtbar machende Kappe (bzw. Kapuzenmantel)’, Wiederaufnahme (18. Jh.) von mhd. tarnkappe, neu entwickelt als dt. Wort für camouflieren. Dieses ist entlehnt aus frz. camoufler ‘verkleiden, tarnen’, eigentlich wohl ‘Qualm vor die Nase blasen, foppen, ärgern’, vgl. frz. camouflet  ‘ins Gesicht geblasene Rauchwolke, derbe Kränkung’.--- español: camuflar, camuflo, camuflé...

Tarnung
17.1.1942, Russland
Gestern tarnte ich mir in einer etwas ruhigeren Zeit meinen Stahlhelm, und weißt Du womit? - mit Chlorodont-Zahnpasta. Herrlich weiß sieht er nun aus. Die Zahncreme allerdings hätte es sich auch niemals träumen lassen, einmal eine solche Verwendung zu finden. Als Soldat wird man eben erfinderisch und welchen Zweck hätte die Zahnpasta auch im übrigen noch erfüllen sollen, da sich doch niemand mehr den Luxus eines Zähneputzens leisten kann.
Was soll ich Dir noch alles erzählen? So wie in Frankreich ist es eben nicht mehr, dass man allerlei Themen in Hülle und Fülle hat. Augenblicklich - und ich muss sagen - Gott sei Dank - vergeht ein Tag wie der andere. Ich hocke in meinem Erdloch, ungewaschen, unrasiert, mit einem Wort verdreckt und verschmutzt. Es ist so ein Zustand zwischen Schlaf und Wachsein. Dass man vollständig angezogen bleibt ist natürlich eine Selbstverständlichkeit. Manchmal überkommt mich ein wahrer Licht- und Lufthunger. Und so leben Hunderte und Hunderte von armen braven Menschen auf unserer Seite wie auch beim Feind.


Läuseplage

6.3.1942, Russland
Wenn ich mir überlege, wie weit wir uns von jeder Hygiene entfernen mussten, so steht es schlimm. Zähne putzen schon seit Monaten nicht mehr, und dann die lieben Hände. Da verrichtet man diese oder jene Arbeit, dann zerdrückt man die Läuse zwischen den Daumennägeln, dann isst man wieder, dann kratzt man sich, d.h. man muss sich an dieser oder jener Körperstelle kratzen, und so geht das weiter, alles mit denselben Händen. Heute habe ich übrigens ganz schöne Erfolge. In meiner Unterhose schoss ich (wie wir es nennen) insgesamt 27 Läuse ab. Im Hemd waren es einige weniger. Auch eine Beschäftigung!

Dem Feind geht es genauso

18.3.1942, Russland
Glaube mir, zum Verzweifeln ist es noch lange nicht, bedenke, dass es Millionen ebenso geht, ja noch viel, viel schlechter. Der Kamerad und jener Kamerad steht mit mir auch an der Front, und wir müssen stehen. Dem Feind geht es übrigens genauso.
Der Verfasser der Briefe