Dienstag, 5. Dezember 2017

Lectura 48 - Enzensberger über Tourismus

No es solo el sistema

Quellen : als Taschenbuch erschienen Einzelheiten I, Bewußtseins-Industrie / Frankfurt am Main, Suhrkamp 1966 .- Siehe auch http://www.zeit.de/2009/12/Enzensberger-Gedichte?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.mail.ref.zeitde.share.link.x

Escritura militante: solemos aceptar ese nombre solo para la “crítica antisistema”. Las opiniones conformistas, conservadoras o elusivas reciben el mote de “publicidad suasoria”.  ¿Qué pensar acerca de planteos denunciadores de “industrias culturales” y formas multitudinarias de “diversión”, como los que ha venido publicando Hans Magnus Enzensberger? Las sucesivas ediciones de sus cuestionamientos han sido difundidas (con obvia ganancia pecuniaria) por las mismas empresas e instituciones puestas en entredicho, a las que ese autor responsabiliza de la hipnosis cultural del público “occidentalizado”. Simultáneamente ejerce como poeta con igual afán iconoclasta. Escriba desde el pesimismo,  el resentimiento o una voluntad  correctora, su inconformismo parece genuino y lo expresa en buen alemán aunque a veces en deliberada contradicción con las últimas reglas de la Rechtschreibung.
He aquí fragmentos y resúmenes tomados de fuentes más arriba citadas. (entrecomilladas las citas textuales; lo demás, reconstruido a partir del original).

« In seinem eigenen Bewußtsein dünkt ein jeder sich souverän … Denn der Aberglaube, als könne der einzelne im eigenen Bewußtsein, wenn schon nirgends sonst, Herr im Haus bleiben, ist heruntergekommene Philosophie von Descartes bis Husserl, … Idealismus in Hausschuhen »  -« Das Bewußtsein ist von vornherein schon ein gesellschaftliches Produkt und bleibt es, solange überhaupt Menschen existieren » [K. Marx, Die deutsche Ideologie].
 « Die Bewußtseins-Industrie ist ein Kind der letzten hundert Jahre… Sie ist die eigentliche Schlüsselindustrie des zwanzigsten Jahrhunderts… »

Vier seien die Bedingungen ihrer Existenz : 1. Aufklärung im weitesten Sinne ; 2.Die Proklamatiom (nicht die Verwirklichung) der Menschenrechte, der Gleichheit und der Freiheit ; 3.Steigender Lebensstandard der Mehrheit aller Staatsbürger, bei sinkender Arbeitszeit ; 4.Der technische Aufschwung in der Funk-, Film-, Phono- und Fernsehtechnik. Die Entwicklung dieser vier Bedingungen veränderte die soziale Rolle des Intelektuellen. Er hat mit Bestechungs- und Erpressungsversuchen zu rechnen. Er wird unter jedem politischen System zum Komplizen jener Kulturbranchen und der etablierten Herrschaft ihrer Hersteller.
Enzensberger nimmt zuerst eine der wichtigsten Tageszeitungen Deutschlands unter die Lupe : die FAZ, also die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Dann, die einflussreiche Zeitschrift Der Spiegel, das Scherbenbild einer Wochenschau [noticiero semanal cinematográfico], die Massenproduktion der Taschenbücher, die Aufstellung von Bestseller-Katalogen und die Verknüpfungen des Massen-Tourismus mit den anderen Fakten der Produktion und des Vertriebs.

Hier ein Auszug (Ausschnitt, Extract,) des Essays "Eine Theorie des Tourismus" :
« Die Wörterbücher meldeten für das Jahr 1800 das Auftauchen des « Touristen », für das Jahr 1811 das des « Tourismus ». Diese Neubildungen sind, keineswegs zufällig, … der englischen Sprache zu verdanken ». Seine Geschichte ist immer noch nicht vollends geschrieben worden. Seine Erscheinungen werden kritisiert und mit Hohn überschüttet. Oft nimmt die Tourismuskritik einen reaktionären Ton an, besonders wenn seine gesellschaftlichen und landschaftlichen Auswirkungen verpönt werden.

Doch zählt das Reisen zu den ältesten Handlungen des menschlichen Lebens, aber nicht als Selbstzweck. « Im frühesten Hebräisch waren die Worte « Kaufmann » und « Reisender » synonym. Die Nomaden wandern um Nahrung oder Beute zu suchen, vielleicht auch aus Volkssitte. Die Piraten, um Fremde Städte und Schiffe zu überfallen und danach zu fliehen. Die Lehrlinge, um einen besseren Meister zu suchen. Die jungen Kavaliere, um des Ruhmes willen oder einer Dame zu gefallen ; vielleicht auch in der Absicht, im Heer eines großen Adligen zu dienen.

Zur Blütezeit des Merkantilismus (18. Jahrhubdert) wurden die ersten Guides des Voyageurs (Vorläufer der heutigen Reiseführer) veröffentlicht, dann 1836 das erste Red Book von John Murray und drei Jahre später der deutsche « Baedecker ». Die Pilgerstätten, besonders die Stadt Rom, wurden aus Anlass eher kultureller als religiöser Interessen besucht. Die bürgerlichen Aufstände pflanzten dem einzelnen ein Freiheitsbewusstsein ein, das öfter zur Auswanderung führte. Aber der politischen Revolution entsprachen Verwandlungen in der Produktionsweise, die bald einen neu organisierten Welthandel verursachten. Damit hing der technologische Fortschritt zusammen, besonders der Ausbau eines weltumfassenden Straßen- und Eisenbahnsystems, das auch dem Tourismus zugute kam.

Der aufkommende Romantizismus des 19. Jahrhunderts projizierte in ferne Inseln und Länder den Wunschtraum mancher Utopisten und Naturliebhaber, und dies könnte sehr gut als eine Flucht vor der industriell verseuchten und verschmutzten Realität verstanden werden. Man versucht, das Netzwerk der komplizierten Großstädte loszuwerden und dadurch fallen die Leute in das Netz des organisierten Tourismus. Bedenken wir auch das Aufkommen neuer Sportarten: Alpinismus, Segelfahrt, Camping, sowie die Ausbreitung der Sozialrechte wie bezahlter Urlaub, Reisekredit usw.

Dieser Trend brachte einen Aufschwung der Reisebüros nebst einer weltumfassenden Organisation des Tourismus, dessen Betreiber bald eine Normierung der Reiseziele erzwingen und somit die « Sehenswürdigkeiten » bestimmen konnten. « …Die Reise wurde fertig montiert und verpackt geliefert ». Viele waren neugierig auf die Lebensverhältnisse und Sitten der Menschen anderer Länder, die vielleicht als « malerisch und primitiv » bezeichnet wurden. Da fiel es bestimmten Reisebüros ein, sogar Besichtigungen  auf Armenviertel im eigenen Land zu veranstalten!


Mit dem modernen Reisefieber geht auch ein neues Hotelwesen Hand in Hand, sowie das Wachstum der Reklame und sogar der Reiselektüre. Die Spannungen des Abschieds und der Heimkehr bieten anschließende Gelegenheiten zur Nervenzerrüttung. Wehe dem Zurückkommendem, der die Geschenke von Übersee vergisst !



Vokabular:  [dünken : Verb · dünktehat gedünkt / veraltend Verb · deuchtenhat gedeuchtes dünkt mich, mir⟩ es scheint mir - es dünkte ihn ( ihm) gut, hier zu helfen                                           


sich etwas dünken  sich etw. einbilden, eine übertrieben hohe Meinung von sich selbst haben


[Stätte f.‘Stelle, Ort’ : eine freundliche, ruhige, gastliche, einsame, leere, verlassene Stätte -  eine Stätte der Arbeit, des fröhlichen Beisammenseins                                   die Stätten seiner Kindheit aufsuchen = sitio, lugar, punto, paraje ]

Hans Magnus Enzensberger



Ein Gedicht (Fragm) : Alter Schuppen – (el viejo galpón )


Das waren Zeiten Ein Überfluß war das! Jeder von uns besaß seinen eigenen Stuhl, und es waren noch ein paar übrig für müde Ausländer, die sich ausruhen wollten. Unsre Gebisse waren wie neu. Versicherungen hatten uns fest im Griff, Vollbäder standen uns zur Verfügung jahraus jahrein, und manchmal sandten wir Geld und kaum getragene Jacken an weit entfernte Personen. Natürlich waren wir unbeliebt. Ohne mit der Wimper zu zucken, bestiegen wir Automobile und Aeroplane. Überall gab es Sicherheitsschleusen. Gehorsam zogen wir unsere Schuhe aus. Für den Fall, daß uns einer falsch kam, lauerte im Treppenhaus eine Schar von Anwälten. Sogar den Krankheiten ging es immer besser. Aber wir bissen die Zähne zusammen und hielten durch. Die Kandidatur für Michael N. Geschwind, geschwind! riefen uns, über die Brüstung gebeugt, die Großmütter zu – ein Wort aus verschollenen Fibeln –, um uns anzuspornen. Aber es hat nicht geholfen. Eile mit Weile, ermahnten uns andre. Die Zugpferde lahmten, und wir hingen schlaff auf dem Bock. Die Astrologin hatte uns gewarnt, allein wir wollten nicht hören. Zu beschönigen gebe es nichts, äußerten die Parteifreunde in der Elefantenrunde. Nur unsre Schwiegertöchter – die eilten herbei, küßten uns und gratulierten zum Rücktritt. »Euer breites Siegerlächeln vor all den Kameras«, versicherten sie, »hätten wir nicht ertragen.«

…Ebenso nimmt Enzensberger im Lob des Analphabetentums eine völlig neue Perspektive ein und kritisiert das gern angewandte Mitgefühl für Analphabeten. Er schenkt der Tatsache Beachtung, dass jeder sechste der Weltbevölkerung weder lesen noch schreiben kann, und dass, wenn man die Vergangenheit in die Überlegung miteinbezieht, Analphabeten nicht die Minderheit sondern die Mehrzahl bildeten. Die Fähigkeit, lesen und schreiben zu können, gelangt demnach erst durch gesellschaftliche Konventionen zu Wert und scheint nicht ein generelles Kriterium für das glückliche menschliche (Über-)Leben zu sein.

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Hans Magnus Enzensberger: Büchnerpreisrede 1963 / Hans Magnus Enzensberger. Mit einem Essay von Friedrich Dieckmann. Hamburg: Europäische Verlags–Anstalt 1992. 86 Seiten. [Quelle : http://enzensberger.germlit.rwth-aachen.de ]

Der erste Teil seines Essays beschreibt die Vereinigung der drei deutschen Westzonen, die damit verbundene Spaltung Deutschlands und somit die Vorgeschichte der endgültigen Teilung Deutschlands. Im zweiten Teil schildert er die Situation Deutschlands ein Jahr nach der Herstellung der „deutschen Staatseinheit“. In Anlehnung an Enzensbergers Rede meint Dieckmann, dass das Wir–Sagen nach der Wiedervereinigung noch schwieriger geworden sei (S. 25). Im Abschnitt „Aporien der revolutionären Identität“ wird ein Text(ausschnitt) aus Enzensbergers Essay „Berliner Gemeinplätze“ vorgestellt. Auch in seiner Rede thematisiert Enzensberger das „WIR“–Gefühl der Deutschen. „Wir nämlich wissen kaum, was das heißen soll: Wir.“ (S. 7) 1963, als die Berliner Mauer stand und Deutschland in zwei Staaten geteilt war, setzte sich Enzensberger mit der Identitätsfrage auseinander: „Mit wem oder womit sind wir identisch?“(S. 12). Anhand dieser Identitätsfrage beleuchtet er die Feindschaft im „geteilten Deutschland“ genauer. Er berichtet über den Bau der Mauer und die Folgen für das deutsche Volk. „Die Mauer trennt nicht nur Deutsche von Deutschen, sie scheidet uns alle von allen anderen Leuten. Sie verbarrikadiert nicht nur eine Stadt, sondern unsere Zukunft. Sie bildet nichts ab als uns selbst: das, was wir noch gemeinsam haben. Das einzige, was wir miteinander teilen, ist die Teilung. Die Zerrissenheit ist unsere Identität.“ (S. ??) Dieckmann schreibt dazu: „Die Aufforderung zur Bewusstseinsprüfung, die von der Betongrenze ausging, ist mit größerer Deutlichkeit, auf größerer Höhe der Sprache und des Gedankens nicht formuliert worden als in Hans Magnus Enzensbergers Büchnerpreisrede. Diese große politische Rede entschlägt sich des Instrumentariums politischer Rhetorik ebenso wie dem der Explikation historischer Zusammenhänge und sozialer Verhältnisse.“ (S. 44)

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Freitag, 1. Dezember 2017

Lectura 47 - die Anomalie des Wassers


Wasser (H2O) ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H). Wasser ist als Flüssigkeit durchsichtig, weitgehend farb-, geruch- und geschmacklos. Wasser ist die einzige chemische Verbindung auf der Erde, die in der Natur als Flüssigkeit, als Festkörper und als Gas vorkommt. Die Bezeichnung Wasser wird dabei für den flüssigen Aggregatzustand verwendet. Im festen Zustand spricht man von Eis, im gasförmigen Zustand von Wasserdampf. Wasser ist Grundlage des Lebens auf der Erde. Natürlich kommt Wasser selten rein vor, sondern enthält meist gelöste Anteile von Salzen, Gasen und organischen Verbindungen.

Nach Quecksilber hat Wasser die größte Oberflächenspannung aller FlüssigkeitenGasbläschen, die bereits bei geringfügiger Erwärmung sichtbar werden, bestehen nicht aus Wasserdampf, sondern aus gelösten Gasen. Ursache ist die geringere Wasserlöslichkeit von Gasen bei Erwärmung. Wasser, das sich eine Zeit lang in einer unter Druck stehenden Leitung oder Flasche befunden hat, hat oft einen Überschuss an Gasen gelöst.

 Die indogermanischen Bezeichnungen *wódr̥ und *wédōr sind bereits in hethitischen Texten des 2. Jahrtausends v. Chr. belegt. Verwandte Wörter finden sich auch in anderen indogermanischen Sprachen ; das altgriechische Wort δωρ, hydor, „Wasser“, von dem sich alle Fremdwörter mit dem Wortbestandteil hydr(o)-ableiten, gehört zu dieser Familie. 

Germanisch: dt. Wasserengl. waterisl. Vatn - Keltisch: schott. uisge (vgl. Whiskey); ir. uisce -Slawisch: russ. вода (woda, vgl. Wodka); polnisch woda.


Das Wasserrecht war eine der Rechtsformen zur Mitbegründung der ersten zentralistischen Zivilisationen Mesopotamiens und Ägyptens sowie jener, die in den Flusstälern Chinas und Indiens entstanden. Thales von Milet sah im Wasser den Urstoff allen Seins. Wasser ist in der von Empedokles eingeführten und dann vor allem von Aristoteles vertretenen Vier-Elemente-Lehre - neben Feuer, Luft und Erde - ein Element.

 Wasser ist in der taoistischen Fünf-Elemente-Lehre (neben Holz, Feuer, Erde, Metall) vertreten. Die Bezeichnung Elemente ist hier jedoch etwas irreführend, da es sich um verschiedene Wandlungsphasen eines zyklischen Prozesses handelt.
Wasser ist der Inbegriff des Lebens. 

In den Religionen hat es einen hohen Stellenwert. Oft wird die reinigende Kraft des Wassers beschworen, zum Beispiel im Islam in Form der rituellen Gebetswaschung vor dem Betreten einer Moschee, oder im Hindu-Glauben beim rituellen Bad im Ganges. Im Christentum wird die Taufe teils durch Untertauchen oder Übergießen mit Wasser als Ganzkörpertaufe vollzogen, in der westlichen Kirche heute meist durch Übergießen mit Wasser. In der katholischen Kirche, den orthodoxen Kirchen und der anglikanischen Kirche spielt die Segnung mit Weihwasser eine besondere Rolle.


Auf Antrag Boliviens erklärte die UN-Vollversammlung am 28. Juli 2010 mit den Stimmen von 122 Ländern und ohne Gegenstimme den Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitärer Grundversorgung zu Menschenrechten. 41 Länder enthielten sich der Stimme, darunter USA, Kanada und 18 EU-Staaten. Da Resolutionen der UN-Vollversammlung völkerrechtlich unverbindlich sind, ergeben sich zunächst keine rechtlichen Konsequenzen. Jedoch könnte die neue Resolution nun die Auffassung stützen, dass sauberes Wasser und Sanitäranlagen zu einem „angemessenen“ Lebensstandard gehören und somit aufgrund des völkerrechtlich bindenden Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, der das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard enthält, eingeklagt werden. Einige Länder wie Südafrika oder Ecuador haben das Recht auf Wasser in ihre Verfassung übernommen.


Wasser spielt eine zentrale Rolle in vielen Wissenschaften und Anwendungsgebieten. Die Wissenschaft, die sich mit der räumlichen wie zeitlichen Verteilung des Wassers und dessen Eigenschaften beschäftigt, bezeichnet man als Hydrologie. Insbesondere untersucht die Ozeanologie das Wasser der Weltmeere, die Limnologie das Wasser der Binnengewässer, die Hydrogeologie das Grundwasser und die Aquifere, die Meteorologie den Wasserdampf der Atmosphäre und die Glaziologiedas gefrorene Wasser unseres Planeten.
Tipos de agua (Vokabular Wasserarten) : Trinkwasser - Mineralwasser - Heilwasser - Tafelwasser -Süßwasser/Meerwasser/Salzwasser/Brackwasser - Demineralisiertes Wasser - Destilliertes Wasser -Prozesswasser -  Abwasser,- Regenwasser - Grundwasser - Oberflächenwasser
Brackwasser :  Gemisch von Süß- und Salzwasser. Das an der Nordseeküste heimische Adjektiv mnl. brac, mnd. nl. brak, nd. bra(c)k ‘salzig, brackig’ (eigentl. wohl ‘scharf, schneidend’ und an ie. *bher- ‘mit einem scharfen oder spitzen Werkzeug bearbeiten, schneiden’ anzuschließen) gelangt im 17. Jh. ins Hd., namentlich in der Fügung brack Wasser, die nl. brak water nachbildet. Im Nl. daneben auch die Zusammensetzung brakwater, der das seit dem 18. Jh. bezeugte nd. Bra(c)kwater, hd. Brackwasser folgt.brackig Adj. ‘salzhaltig’ (und deshalb nicht trinkbar); neben seltenes, doch bis ins 20. Jh. nachweisbaresbrack (s. oben) tritt Anfang des 19. Jhs. brackisch und in den 30er Jahren des 19. Jhs. brackig (vgl. veraltetes engl. brack ‘salzig, brackig’, wahrscheinlich ebenfalls aus dem Nl. entlehnt, sowie die gleichbed. Weiterbildung engl. Brackish .


Die Herkunft des Wassers auf der Erde, insbesondere die Frage, warum auf der Erde deutlich mehr Wasser vorkommt als auf den anderen inneren Planeten, ist bis heute nicht befriedigend geklärt. Ein Teil des Wassers gelangte zweifellos durch das Ausgasen von Magma in die Atmosphäre, stammt also letztlich aus dem Erdinneren. Ob dadurch aber die Menge an Wasser erklärt werden kann, wird stark angezweifelt. Das Element Wasserstoff ist das häufigste Element im Universum, und auch Sauerstoff kommt in großen Mengen vor, allerdings normalerweise gebunden in Silikaten und Metalloxiden; beispielsweise ist der Mars mit großen Anteilen an Eisen(III)-oxid bedeckt, was ihm seine rote Farbe verleiht. Wasser hingegen ist dort – im Vergleich zur Erde – nur in geringen Mengen zu finden.Wasser ist vermutlich der Entstehungsort des Lebens und eine seiner Bedingungen. Die Bedeutung des Wassers für das Leben war insofern auch immer Gegenstand der Naturphilosophie.


Zitate : "Ein Stück Schwarzbrot und ein Krug Wasser stillen den Hunger eines jeden Menschen; aber unsere Kultur hat die Gastronomie erschaffen." - Honoré de Balzac, Physiologie der Ehe.


"Fließendes Wasser fault nicht, die Türangeln rosten nicht; das kommt von der Bewegung." - Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We, S. 30


"Gedichte von Wassertrinkern können nicht gefallen und lange leben." - Horaz, Briefe, I, XIX, 2f
"Und wer unter Menschen nicht verschmachten will, muss lernen, aus allen Gläsern zu trinken; und wer unter Menschen rein bleiben will, muss verstehn, sich auch mit schmutzigem Wasser zu waschen." - Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, 2. Teil 


"Wenn mich jemand fragt, ob ich Wasser zu meinem Scotch möchte, antworte ich, dass ich durstig bin und nicht schmutzig." - Joe E. Lewis


"Wer für den Strick geboren ist, wird im Wasser nicht umkommen." - Theodor Fontane, Effi Briest. Kapitel 15


"Ganz egal wie lange ein Baumstamm im Wasser liegt, er wird kein Krokodilwerden." - Aus Mali, Sprichwort der Bambara


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Quelle https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/physik/artikel/anomalie-des-wassers 

Wasser hat eine besondere Eigenschaft, die es von fast allen anderen Flüssigkeiten unterscheidet. Es hat bei 4 °C sein kleinstes Volumen und damit seine größte Dichte. Dieses nicht normale thermische Verhalten von Wasser wird in der Physik als Anomalie des Wassers bezeichnet. 
Bei Temperaturen über 4 °C verhält sich Wasser wie andere Flüssigkeiten. Bei Erhöhung der Temperatur dehnt es sich aus, bei Verringerung der Temperatur wird sein Volumen kleiner. Kühlt sich Wasser unter 4 °C ab, so wird sein Volumen bis 0 °C wiederum größer. Gefriert dann das Wasser, so dehnt es sich weiter aus.

Bei Temperaturen über 4 °C verhält sich Wasser wie andere Flüssigkeiten. Bei Erhöhung der Temperatur dehnt es sich aus, bei Verringerung der Temperatur wird sein Volumen kleiner. Kühlt sich Wasser unter 4 °C ab, so wird sein Volumen bis 0 °C wiederum größer. Gefriert dann das Wasser, so dehnt es sich weiter aus.

.Deshalb schwimmt Eis auf Wasser. Das Verhältnis der Dichten von Eis und Wasser ist auch der Grund dafür, dass sich bei einem Eisberg etwa 9/10 unter Wasser und nur etwa 1/10 über Wasser befinden. Die Dichte von Wasser in Abhängigkeit von der TemperaturDurch genaue Messungen kann man die Abhängigkeit der Dichte des Wassers von der Temperatur ermitteln. In Bild 2 sind die Werte für die Dichte des Wassers bei unterschiedlicher Temperatur angegeben.
 Bedeutung der Anomalie des WassersDie Anomalie des Wassers ist für das Leben von Tieren und Pflanzen im Wasser sehr wichtig und ermöglicht dieses Leben erst. Dazu betrachten wir die Verhältnisse in einem See zu verschiedenen Jahreszeiten.
Im Sommer wird das Wasser von der Sonne erwärmt. Das leichtere, wärmere Wasser bleibt an der Oberfläche und wird durch Wind in den oberen Schichten vermischt. Tiefer liegende Schichten sind kühler. Es bildet sich eine charakteristische Temperaturschichtung heraus. Diese Temperaturschichtung des Wassers kann man z. B. beim Baden feststellen. Je größer die Tiefe ist, umso niedriger wird die Temperatur des Wassers.
 Im Herbst ist die Sonneneinstrahlung geringer. Auch die Luft ist kühler. Das Wasser kühlt sich allmählich ab. Durch Strömungen erfolgt eine Durchmischung des Wassers und damit auch ein Temperaturausgleich.
 Im Winter wird bei weiterer Abkühlung wieder ein stabiler Zustand erreicht. Es bildet sich wieder eine charakteristische Temperaturschichtung heraus. Das Wasser mit der größten Dichte, also Wasser von 4 °C, sinkt nach unten. Bei weiterer Abkühlung sinkt die Temperatur des oberflächennahen Wassers weiter ab. Sie erreicht schließlich 0 °C. Das Wasser beginnt zu frieren. Da die Dichte von Eis kleiner ist als die von Wasser, schwimmt das Eis oben und bildet eine stabile Schicht. Wenn das Gewässer hinreichend tief ist, befindet sich unter dem Eis eine Wasserschicht, die am Boden eine Temperatur von 4 °C hat. An diese Verhältnisse haben sich im Wasser lebende Pflanzen und Tiere angepasst und können überleben.
 Im Frühjahr nimmt die Sonneneinstrahlung wieder zu. Es kommt zu einer allmählichen Erwärmung, zu einer Durchmischung des Wassers und damit zu einem Temperaturausgleich.
 Wasser und Eis als SprengmittelDie Ausdehnung von Wasser bei Abkühlung und insbesondere bei Eisbildung muss im Alltag beachtet werden, da gefrierendes Wasser wie ein Sprengmittel wirkt. Frieren z. B. frei liegende Wasserrohre oder Pumpen ein und befindet sich Wasser in ihnen, so dehnt sich dieses Wasser bei der Bildung von Eis aus und kann die Rohre bzw. Pumpen regelrecht auseinandersprengen. Deshalb ist auch erforderlich, dem Kühlwasser von PKW Frostschutzmittel beizugeben, weil ansonsten die Möglichkeit besteht, dass die Kühlflüssigkeit einfriert und den Kühler sprengt.
In der Natur spielt die Sprengwirkung von Eis ebenfalls eine wichtige Rolle. So dringt Wasser in Felsspalten und Risse ein. Beim Gefrieren dehnt es sich aus. Steinbrocken werden von Felsen abgesprengt, größere Steine werden gespalten. An Felswänden bilden sich dadurch charakteristische Schuttkegel aus.
Durch die Sprengwirkung des Eises wird auch der Ackerboden aufgelockert, insbesondere wenn er vor Frost gepflügt worden ist.
Durch die Sprengwirkung des Eises wird auch der Ackerboden aufgelockert, insbesondere wenn er vor Frost gepflügt worden ist.-

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